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Georgien – die geistige Heimat des Naturweins

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Georgien – die geistige Heimat des Naturweins 4.12.2021

Georgien – die geistige Heimat des Naturweins

Es gibt mehr als 500 identifizierte einheimische georgische Rebsorten, von denen 45 für den kommerziellen Weinbau genutzt werden. Die am häufigsten angebauten roten Rebsorten sind Saperavi, Takveri, Shavkapito, Chkhaveri, Ojaleshi, Aleksandrouli und Aladasturi, während die gängigsten weißen Sorten Rkatsiteli, Mtsvane, Chinuri, Kisi, Tsitska und Tsolikouri heißen.

Georgien exportiert Wein in 53 Länder.

Die georgische Weinindustrie nutzt dieselben Techniken, die bereits um 6.000 v. Chr. angewendet wurden. Die Winzer befüllen die Kvevri, deren Größe von 20 bis zu 10.000 Litern reicht, mit Weintraubenschalen, Kernen, Saft und den natürlichen Hefen der Trauben. Alles verbindet sich, um zu gären und Wein zu bilden. Diese über Generationen weitergegebene Technik ist so tief in der georgischen Kultur verwurzelt, dass sie 2013 v die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde.

Der Wein wird in der Regel in großen Kvevri fermentiert und anschließend in kleinere Gefäße umgezogen, wo er reift. Dies ähnelt Wein, der in großen Edelstahltanks vergärt und danach in Eichenfässern reift.

Obwohl viele der heute verwendeten Kvevri bereits seit vielen Jahrzehnten im Einsatz sind, gibt es immer noch Handwerker, die die Gefäße aus lokalem Ton von Hand formen und sie anschließend in riesigen, holzbeheizten Öfen brennen. Da die Nachfrage nach Natur- und Orange-Weinen weltweit steigt, erzielt derselbe Kvevri-Typ, der vor etwa 15 Jahren noch rund 100 Euro kostete, heute Preise von über 1.000 Euro. Weingüter müssen teilweise bis zu zwei Jahre auf ein Kvevri warten.

Es gibt kleine Unterschiede zwischen den Kvevri aus dem Osten und dem Westen des Landes. Die im Osten hergestellten Gefäße haben breite Hälse, während jene aus dem Westen engere Öffnungen aufweisen. Auch die Zusammensetzung des Tons unterscheidet sich von Ost nach West. Die östlichen Gefäße sind rötlicher, wohingegen die Kvevri aus westlichem Ton eher einen gelblichen Ton haben.

Für die meisten Besucher eines Weinguts ist dies jedoch nicht offensichtlich, da die Mehrheit der Gefäße unter den Weingütern vergraben ist und nur die Hälse aus dem Boden ragen. Dies sorgt für eine konstante Temperatur während der Fermentation, wodurch die Temperaturkontrolle überflüssig wird, die bei Edelstahltanks oft unumgänglich ist.

Georgische Winzer reinigen und bereiten ihre Kvevri zwischen den einzelnen Anwendungen neu vor. Die natürlich vorkommenden Hefen aus den Traubenschalen setzen die Gärung in Gang, und die in den Traubenkernen und -schalen vorhandenen Tannine verhindern das Verderben. Die eiförmige Form des Kvevri sorgt dafür, dass Hefe und Sedimente auf den Boden sinken, während der Wein im geräumigeren Mittelteil zirkuliert.

Während der Fermentation werden die Kvevri lose mit Glasscheiben abgedeckt, damit Kohlendioxid entweichen kann. Während der anschließenden Reifung werden die Hälse jedoch mit Bienenwachs versiegelt, um eine Oxidation zu verhindern.

Das Pressen ganzer Trauben, einschließlich der Stiele, und der längere Schalenkontakt tragen zu einer volleren Textur am Gaumen bei. Die Reifung im Ton ohne Filtration vor der Abfüllung kann zudem ein Gefühl von feiner Körnigkeit im Mund hinterlassen.

Weißweine, die auf den Traubenschalen fermentiert und gereift sind, haben eine dunklere Farbe, die von tiefem Stroh- und Mittelgold bis hin zu Bernstein oder sogar Orange reicht. Die Weine können trüb sein, was bei einer „moderneren“ Produktionsweise als Zeichen eines potenziellen Fehlers gewertet werden könnte, bei einem Naturwein jedoch zu erwarten is.

Viele weiße Rebsorten Georgiens bringen aromatische Weine hervor, aber das Bukett und das Geschmacksprofil können aufgrund des Weinherstellungsprozesses weitaus komplexer sein. Das Aroma variiert, aber man kann Noten von Pfirsich, Aprikose, Feuerstein, Leder, Rauch, gerösteten Nüssen und gebratenem Fleisch erwarten.

Diese Noten finden sich auch am Gaumen wieder, getragen von hellen Fruchtaromen wie Grapefruit, Zitrone und grünem Apfel. Einige dieser aromatischen Noten lassen sich auch in Rotweinen wiederfinden, untermalt vom Geschmack säuerlicher Früchte wie Preiselbeeren und Granatapfel oder tieferen Tönen von schwarzer Johannisbeere und Holunder.

Schließlich bleibt nichts anderes übrig, als Ihnen zu empfehlen, einige der georgischen Weine zu probieren und selbst zu urteilen.

Schmecken Sie die authentische Geschichte und entdecken Sie hier unser komplettes Sortiment an georgischen Kvevri-Weinen.


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